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Wärmebrücke

Schwachstelle an Außenbauteilen, die eine geringere Wärmedämmung aufweist als die umgebenden Flächen und Bauteile. Im Bereich der Wärmebrücke ist im Winter die Temperatur der Oberfläche zum Innenraum niedriger, da hier mehr Wärme nach außen verloren geht. Deshalb ist hier auch die Gefahr von Schimmelpilzbildung größer als an besser gedämmten Bauteilen.
Es werden geometrische und konstruktive Wärmebrücken unterschieden:
Geometrische Wärmebrücken sind z.B. Ecken, die von Außenbauteilen mit gleicher Schichtenfolge gebildet werden – z.B. eine Außenwand mit einer Kerndämmung. Konstruktive Wärmebrücken sind stoffbedingte Wärmebrücken – z.B. eine auskragende Betonplatte für einen Balkon.

Oft auch - fälschlicherweise - als "Kältebrücke " bezeichnet.

Wärmebrücken in der Heizwärmebedarfsberechung

Wärmebrücken sind bei der Ermittlung des Jahres-Heizwärmebedarfs auf eine der folgenden Arten zu berücksichtigen:

a) Berücksichtigung durch Erhöhung der Wärmedurchgangskoeffizienten um delta U(tief)WB = 0,10 W/(qm x K) für die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche,

b) bei Anwendung von Planungsbeispielen nach DIN 4108 Beiblatt 2 : 2004-01 Berücksichtigung durch Erhöhung der Wärmedurchgangskoeffizienten um delta U(tief)WB = 0,05 W/(qm x K) für die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche,

c) durch genauen Nachweis der Wärmebrücken nach DIN V 4108-6 : 2003-06 in Verbindung mit weiteren anerkannten Regeln der Technik.

Soweit der Wärmebrückeneinfluss bei Außenbauteilen bereits bei der Bestimmung des Wärmedurchlasskoeffizienten U berücksichtigt worden ist, darf die wärmeübertragende Umfassungsfläche A bei der Berücksichtigung des Wärmebrückeneinflusses nach Buchstabe a, b oder c um die entsprechende Bauteilfläche vermindert werden.

Wärmebrückengefahr

Besonders gefährdet durch Schwitzwasser oder Tauwasser sind die Bereiche von Wärmebrücken (s.a. Wodurch entstehen Wärmebrücken?).
Wärmebrücken entstehen, wenn beispielsweise in Teilen einer Außenwand (z.B. Betonsturz über einem Fenster) Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit verwendet werden als im Regelquerschnitt und diese nicht zusätzlich wärmegedämmt sind (konstruktive Wärmebrücken).
Über die Wärmebrücken fließt die Wärme schneller ab als an der übrigen Wand. Die Oberflächentemperatur ist geringer, so dass sich an diesen Stellen leicht Schwitzwasser bilden kann.
Wärmebrücken können ebenfalls an Räumen mit zwei Außenwänden entstehen, da in der Außenwandecke eine niedrigere Oberflächentemperatur auftritt als an der übrigen Wandfläche.
An der Raumseite kann nur eine relativ kleine Fläche Wärme aufnehmen, während auf der Außenseite eine wesentlich größere Fläche zur Wärmeabfuhr vorhanden ist (geometrische Wärmebrücke).
Die deutlich niedrigere Wandtemperatur in der Ecke kann unter Umständen zur Bildung von Schwitzwasser führen.

In der DIN 4108 sind Wärmebrückenkataloge vorhanden die verschieden Arten der Wärmebrücken aufzeigen und Regeldetails beschreiben.

Wärmedämmputz

Außenputz, der gleichzeitig in gewissem Maße wärmedämmend wirkt.
Wärmedämmputze sind Außenputze (Unterputze), bei denen zur Verbesserung der Wärmedämmung ein Zuschlag aus, z.B. Schaumstoffperlen, Blähton, Perlite oder ähnlichem beigemischt wird.
Wärmedämmputz wird meist als Unterputz ausgeführt und darüber ein farbiger Oberputz als Stoßschutz und Regenschutz aufgetragen. In der Regel gibt es diese Putzt als fertige Trockenmörtelmischung.

Wärmedämmung

Maßnahmen am Gebäude, durch die der Verlust von Wärme über die Bauteile vermindert wird. Auf diese Weise wird auch eine erhöhte (Oberflächen-)Temperatur auf der Innenseite der Bauteile erreicht.

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Wärmedämmsystem, bei dem Dämmmaterial, Putzträger und Außenputz eine Einheit bilden. Wärmedämmverbundsysteme werden als außenseitige Dämmsysteme zur Verbesserung einschaliger Wandkonstruktionen hinsichtlich des Wärmeschutzes und auch des Schallschutzes angebracht. Die Basis ist eine Hartschaumplatte oder Mineralwolldämmplatten in verschiedenen Dimensionen, die stumpf oder in Nut- und Federsystemen auf die Wandfläche aufgebracht wird. Die Oberfläche kann als Putzträgerebene vorbereitet sein. Und so verschiedenen Putzarten oder auch Verkleidungsarten als Basis dienen. Putztypen in verschiedenen Farbtönen oder Flachverblender (Riemchen) in Sichtmauerwerkoptik in verschiedenen Farbtönen und Formaten können genauso aufgebracht werden wie keramische Materialien oder großformatige Platten.
Wärmedämmverbundsysteme werden durch Verklebung, mittels spezieller Dübel oder Schienenbefestigungssysteme befestigt.

Wärmedurchgangskoeffizient

siehe auch U-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert früher K-Wert)
Der Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m2K) gibt den Wärmestrom an, der durch 1 Quadratmeter eines Bauteils (damit ist die Summe aller beteiligten Schichten gemeint, nicht einzelne Baustoffe) hindurchfließt, wenn die Temperaturdifferenz der angrenzenden Luftschicht 1 Kelvin (1 Kelvin [K] entspricht 1 Grad Celsius) beträgt.
Je kleiner der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung eines Bauteils.
Nicht berücksichtigt wird hierbei die Wärmespeicherfähigkeit des Bauteils bei Sonneneinstrahlung.

Wärmedurchlasswiderstand

Der Wärmedurchlasswiderstand ist der Widerstand eines Baustoffes, den er dem Wärmedurchgang entgegensetzt.
Er wird auch als Wärmedämmwert eines Stoffes bezeichnet:
Je größer sein Zahlenwert, desto besser die Dämmwirkung.

Wärmegewinne (interne)

Wärme, die innerhalb des Gebäudes durch Geräte (Kochen, elektrisches Licht etc.) oder Personen freigesetzt wird. Diese Wärmegewinne lassen sich pauschal abschätzen oder anhand der Personenzahl und des Stromverbrauches überschlägig ermitteln.

Bei gut wärmegedämmten Gebäuden können interne Wärmegewinne einen spürbaren Anteil des Heizenergiebedarfs abdecken.

Wärmegewinne (solare)

Durch Sonneneinstrahlung in das Gebäude über transparente Flächen (Fenster, Wintergarten etc.) wird die Raumluft bzw. die Oberflächen im Haus erwärmt. Dies ist vor allem im Winter erwünscht und kann durch die Planung/ Ausrichtung von Fenstern, Verschattungseinrichtung und Auswahl der Art der Verglasung beeinflusst werden.

Wärmeleitfähigkeit (lambda-Wert)/Wärmeleitzahl

Die Wärmeleitfähigkeit in W/(mK) gibt an, welche Wärmemenge in einer Stunde durch eine 1 Quadratmeter große Fläche eines Baustoffes von 1 Meter Dicke hindurchgeht, wenn das Temperaturgefälle in Richtung des Wärmestromes 1 Kelvin beträgt.
Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit, desto besser ist das Wärmedämmvermögen.
Der lambda-Wert ist ein Laborwert, der auf trockene Baustoffe bezogen wird.
Da aber Feuchtigkeit die Wärme gut leitet, ist die Wärmeleitfähigkeit in hohem Maße vom Feuchtegehalt und dem Entfeuchtungsverhalten der Baustoffe abhängig.
Deshalb werden so genannte Zuschlagswerte zu den Messwerten der jeweiligen Dämmstoffe addiert.

Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG)

Die Wärmeleitfähigkeitsgruppe gibt den Höchstwert der Wärmeleitfähigkeit für Dämmstoffe an. Je kleiner der Wert, desto besser ist die Dämmwirkung.

Typische Mineralfaserplatten haben z.B. eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W(mK) und gehören damit zur WLG 040. Bei einem Dämmstoff der WLG 035 ist der Wärmeschutz bei gleicher Dämmschichtdicke besser als bei dem Dämmstoff der WLG 040.

Wärmedämmstoffe werden in WLGs eingeteilt. Die Hersteller von Dämmstoffen sind dazu verpflichtet, ihre Produkte den entsprechenden Gruppen zuzuordnen und die Einhaltung der Werte durch Güteüberwachung zu prüfen.

Durch die Harmonisierung der europäischen Normen gilt die WLG als veraltet. Bei der Ausschreibung und Verwendung von Dämmstoffen ist der maßgebliche Wert für die Wärmeleitfähigkeit heute der "Bemessungswert". Dieser muss auch auf der Verpackung von Dämmstoffen vermerkt sein.

Wärmemengenzähler

Gerät zur Messung der Wärmeenergie von Flüssigkeiten. Wird z. B. in Heizungs-, Solaranlagen und Warmwassersystemen eingesetzt. Wärmemengenzähler messen den Wärmeverbrauch. Durch Messfühler wird die Temperaturdifferenz zwischen der Vorlauftemperatur und der Rücklauftemperatur des Heizkreises ermittelt. Das Produkt aus Temperaturdifferenz, Menge des durchfließenden Heizwassers und eines Berechnungsfaktors ergeben Wärmemenge. Der Wärmeverbrauch ist jederzeit direkt ablesbar. Einige Systeme speichern automatisch am Stichtag den Verbrauch des festgesetzten Abrechnungszeitraum oder können per Funk ausgelesen werden. Weiteres findet sich auch in der Heizkostenverordnung. (§ 4 Pflicht zur Verbrauchserfassung)

Wärmepumpe

Ein Gerät, das mit Hilfe von mechanischer Energie der Umwelt (z. B. Luft oder Erdreich) vorhandene oder gespeicherte Wärme entzieht und z. B. für die Raumheizung nutzbar macht. Technisch auch umgekehrt nutzbar, zur Kühlung im Sommer.

Funktionsweise (Kühlschrank): Das Wärme tragende Medium „Wärmequelle“ (Luft, Wasser oder Sole) wird einem Wärmetauscher zugeleitet, in dem ein flüssiges Arbeitsmedium zirkuliert. Durch Verdampfen des Arbeitsmediums entsteht Kälte. Der Wärmequelle wird über das Arbeitsmedium Wärme entzogen und auf das Arbeitsmedium übertragen. Das Arbeitsmedium wird so gasförmig, es verdampft. Ein Verdichter (Kompressor) saugt das Gas an und presst es zusammen. Dadurch erhöht sich die Temperatur. In einem zweiten Wärmetauscher gibt das verdichtete, heiße Gas seine Wärme an den Heizungskreislauf ab, indem es sich wieder verflüssigt.
Elektro-Wärmepumpen arbeiten mit einem elektrischen Verdichter. Gas-Wärmepumpen arbeiteten mit einem Gasmotor, dessen Abwärme zusätzlich genutzt wird. (Kraftwärmekopplung ohne Stromerzeugung)

Wärmerückgewinnung

Rückgewinnung des Wärmeinhalts der Abluft zur Verringerung des Energieverbrauchs.

Wärmerückgewinnung

Nutzbarmachung von Abwärme, z. B. aus Abluft oder Abwasser.
Wärmerückgewinnung heißt Rückgewinnung von Wärmeenergie aus der Abluft.
Beispiel: Lüftungsanlagen: Der Abluft wird durch einen Wärmetauscher ein Teil der Restwärme entzogen und damit die Zuluft erwärmt. So kommt die Frischluft (Zuluft) leicht erwärmt zurück ins Gebäude. Im Sommer funktioniert der Effekt auch umgekehrt.

Wärmespeicherzahl

Die Wärmespeicherzahl beschreibt die Fähigkeit eines Baustoffes Wärme zu speichern.
Je höher die Speicherfähigkeit eines Stoffes ist, desto länger dauert es, diesen Stoff auf eine bestimmte Temperatur aufzuwärmen oder abzukühlen.
Massive, schwere Baustoffe haben besonders hohe Wärmespeicherzahlen, während die Werte etwa von Dämmstoffen sehr niedrig liegen.
Bleiben z.B. bei hoher Außentemperatur manche Gebäude länger kühl als andere, liegt das an einem höheren Anteil besonders wärmespeichernder Baustoffe.

Wasseraufnahmekoeffizient

Der Wasseraufnahmekoeffizient, oft einfach als w-Wert bezeichnet, ist eine Maßzahl zur Beschreibung des Wasseraufnahmevermögens von Baustoffen und Beschichtungen, die mit flüssigem Wasser in Kontakt stehen. Dabei gilt folgende Einteilung:

Beschreibung w-Wert
saugend w ≥ 2,0 kg/(m2*h0,5)
wasserhemmend: w ≤ 2,0 kg/(m2*h0,5)
wasserabweisend: w ≤ 0,5 kg/(m2*h0,5)
wasserundurchlässig: w ≤ 0,1 kg/(m2*h0,5)

Wasserdampfdiffusion

Wasserdampf ist ein Gas, das sich für das Auge unsichtbar in der Luft aufhält und wie andere Gase auch durch alle Stoffe wandern (diffundieren) kann, die nicht gasdicht sind.
Durch eine Kunststofffolie zum Beispiel ist der Durchgang um das ca. 20.000fache langsamer als durch die Luft selbst (Dampfbremse und Dampfsperre).
Diese Materialien werden eingesetzt, um das Eindringen z.B. von Raumluftfeuchte in den Dämmstoff zu vermeiden.
Dies gelingt nur in seltenen Fällen 100-prozentig.
Zu dem kann eindringender Schlagregen oder Flugschnee die Dämmwirkung des Dämmstoffes beeinträchtigen.
Deshalb werden z.B. auf der Außenseite einer Dachkonstruktion diffusionsoffene Unterspannbahnen verwendet, die den Wasserdampftransport dieser Feuchte nach außen gewährleistet. Generell gilt die Faustregel, dass von innen nach außen der Wasserdampfdiffusionswiderstand der eingesetzten Baustoffe abnehmen soll, damit Bauschäden vermieden werden können.

WHO

World Health Organization - Weltgesundheitsorganisation

Winddichtung

Dichtebene zwischen Dämmschicht und Außenhaut des Gebäudes, da die Dämmwirkung der Dämmstoffe in manchen Fällen durch Hinterspülung mit kalter Luft um gut ein Drittel abnimmt. Die Winddichtung befindet sich immer auf der kalten Seite der Konstruktion.

Mögliche Materialien sind Holzweichfaserplatten, Bitumenpappen auf Holzschalung in Kombination mit einer Dampfbremse oder diffusionsoffene Unterspannbahnen.

Wirkungsgrad

Verhältnis der nutzbaren zur eingesetzten Energie. Herkömmliche Glühbirnen verwandeln z. B. etwa drei bis vier Prozent der eingesetzten Energie in Licht, Photovoltaikanlagen bzw. Solarzellen erreichen derzeit einen Wirkungsgrad von 11 bis 17
Prozent, thermische Solaranlagen können zwischen 25 und 40 Prozent der Sonnenstrahlung umwandeln.

Beispiel Heizung:
Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis zwischen der aus einer Anlage zur Energieumwandlung (z.B. Heizkessel) abgegebenen und der ihr zugeführten Energie (z.B. Heizöl oder Erdgas). Der Wirkungsgrad beschreibt letztlich einen momentanen Betriebszustand.

Beim Nutzungsgrad wird diese Einzelbetrachtung in eine zeitraumbezogene Gesamtbetrachtung überführt.

Witterungseinflüsse Witterungsbedingungen

Durch das Wetter (Temperatur und Feuchte) bedingte Einflüsse auf Materialen

Beispiele:

Wärmedehnung, Kälteschrumpfung, Setzung, Kriechen, Schwinden, Dampfdiffusion, Quellen, Trocknung, Bleichung, Auswaschung, Frostschädigungen

Wohnbehaglichkeit

Das Behaglichkeitsempfinden der Menschen hängt neben der Temperatur der Raumluft und der Luftfeuchtigkeit vor allem von der Oberflächentemperatur der Bauteilinnenseiten ab.