Glossar
N50-Wert
Der n50-Wert gibt den Luftwechsel, d.h. das Verhältnis der stündlichen ausgetauschten Luftmenge zum Gebäudevolumen bei einem Unterdruck von 50 Pascal an. Das entspricht in etwa einer Windstärke 6.
Dieser Wert wird mit Hilfe des Blowerdoortestes am bestehenden Gebäude gemessen und dann berechnet
n50-Wert = Volumenstrom [m³/h] / Gebäudevolumen [m³]
Die Luftwechselrate n50 macht Gebäude in ihrer Dichtigkeit vergleichbar.
Nachhaltige / zukunftsbeständige Entwicklung
Entwicklung, die ökologische, wirtschaftliche und soziale Grundbedürfnisse aller Bewohner einer Gemeinde befriedigt, ohne dabei die natürlichen, gebauten und sozialen Systeme zu gefährden, auf denen die Grunddaseinsvorsorge beruht und ohne die Chancen für eine zukunftsbeständige Entwicklung in den übrigen Gemeinden der Welt zu beeinträchtigen.
Nachtspeicherheizungen
Speicherheizungen / Nachspeicherheizungen wurden zwischen 1950 bis 1970 als Alternative zu Öl und Kohle zur Beheizun verwendet.
Förderprogramme und subventionierter Strom zu niedrigeren Tarifen steigerten den Einsatz dieses Heizungstyps in Wohnungen. Besonders bei der Umrüstung von Kohleheizungen wurden diese Systeme gerne angewendet, da die Montage sehr einfach war. Die Stromkonzerne förderten den Strom für Nachtspeicheheizungen, da Nachts der Strom nun höhere Nutzung erfuhr.
Bei Einsatz von elektronischen Steuerung ist der Heizkomfort wie bei einer Öl- oder Gaszentralheizung.
Der niedrige Gesamtwirkungsgrad und das Material Asbest machten die Speicherheizungen immer weniger attraktiv.
Nach der ersten Ölkrise 1973 stiegen die Energiekosten und die Subventionen der NT-Tarife relativierten sich, so dass Speicherheizungen immer mehr gegenüber konventionellen Zentralheizungen an Wirtschaftlichkeit verloren.
Die Einführung der Stromsteuer am 1. April 1999 führte zu einer zusätzlichen Belastung der Nachtspeicherheizung. Bis Ende 2006 war der Steuersatz für Strom im Niedertarif, mit dem die Speicherheizungen i. A. betrieben werden, gegenüber dem Regelsteuersatz reduziert; seit 2007 ist der Stromsteuersatz für Hoch- und Niedertarif („Tag-/Nachtstrom") gleich. Auch die Liberalisierung des Strommarktes mit der Aufteilung der vormals integrierten Unternehmen entzieht der Nachtspeicherheizung ihre Existenzgrundlage.
Mittlerweile stehen Nachtstromtarife in Deutschland schon nicht mehr flächendeckend zur Verfügung.
Außerbetriebnahme von Gebäude-Stromheizungen
Im Hinblick auf den Primärenergieverbrauch und CO2-Belastung ist von der Bundesregierung mit §10a der Energieeinsparverordnung (EnEV in der Fassung vom 29. April 2009) beschlossen worden:
1. Außerbetriebnahme von Stromheizungen für Wohngebäude mit mehr als fünf Wohneinheiten
2. Vor dem 1. Januar 1990 eingebaute oder aufgestellte elektrische Speicherheizsysteme dürfen nach dem 31. Dezember 2019 nicht mehr betrieben werden.
Nach dem 31. Dezember 1989 eingebaute oder aufgestellte elektrische Speicherheizsysteme dürfen nach Ablauf von 30 Jahren nach dem Einbau oder der Aufstellung nicht mehr betrieben werden. Wurden die elektrischen Speicherheizsysteme nach dem 31. Dezember 1989 in wesentlichen Bauteilen erneuert, dürfen sie nach Ablauf von 30 Jahren nach der Erneuerung nicht mehr betrieben werden.
"Sonderthema Nachtstromspeicherheizung"
Nettogrundfläche
Summe aller nutzbaren Flächen, die im konditionierten Gebäudevolumen zur Verfügung stehen. Sie umfasst Nutzflächen ebenso wie technische Funktionsflächen und Verkehrsflächen.
Neutralisationseinrichtung
Bei Brennwertgeräten entsteht Kondensat bei der Abkühlung des im Abgas, das anfallende Kondensat enthält z.B. nach dem Verbrennen von Heizöl Schwefelsäure, welches in einer Neutralisierungseinrichtung aufbereitet werden muss.
Das Kondensat ist je nach Brennstoff mehr oder weniger stark sauer (ph-Wert kleiner 7) und muss in bestimmten Fällen neutralisiert werden.
Es wird dazu durch eine Neutralisationseinrichtung geleitet, die z. B. mit Kalkgranulat gefüllt ist.
Eine regelmäßige Kontrolle und Austausch verbrauchten Granulates ist erforderlich, bevor eine Einleitung mit anderen häuslichen Schmutzwässern ins Abwassersystem erlaubt ist.
Niedertemperaturheizsystem
Eine auf niedrige Vorlauftemperaturen abgestimmte Heizungsanlage.
Niedertemperaturheizsysteme werden meist in Kombination mit Brennwertkesseln oder Wärmepumpen als Heizung verwendet, da sich diese Heizsysteme energetisch für den niedrigen Temperaturbereich besonders eignen und auch bewährt haben.
Flächenheizungen wie die Fußbodenheizung, die Deckenheizung oder Wandheizungen können bei Niedertemperaturheizsystemen besonders effizient eingesetzt werden.
Der Temperaturbereich liegt bei diesen Heizsystemen zwischen 25-35 Grad C.
Niedrigenergiehaus
Als Niedrigenergiehäuser werden im allgemeinen Gebäude bezeichnet, deren Heizwärmebedarf weniger als 70 kWh/m²•a beträgt.
Normnutzungsgrad
Während sich der Wirkungsgrad auf einen momentanen Zustand einer Anlage zur Umwandlung von Energie (z.B. ein Heizkessel) bezieht, betrachtet der Nutzungsgrad die Effizienz einer Anlage, einschließlich aller Verluste über einen bestimmten Zeitraum, z.B. den eines Jahres.
Dieser Jahresnutzungsgrad wird bei alten Kesseln nach der VDI Richtlinie 2067 und 3808 berechnet.
Die Grundlage für die in diesen Richtlinien aufgestellten Formeln ist unter anderem eine konstante Kesselwassertemperatur der betrachteten Anlagen.
Neuzeitliche Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel zeichnen sich unter anderem durch eine gleitende Kesselwassertemperatur aus.
Aus diesem Grund wurde zur Kennzeichnung der Energieausnutzung von Niedertemperaturkesseln und Brennwertkesseln der Norm-Nutzungsgrad nach DIN 4702 Teil 8 eingeführt.
Nullenergie-Haus
Nullenergiehäuser sind Gebäude, die im Jahresdurchschnitt ihre gesamte Energie (Wärme und Strom) selbst (z.B. solar) gewinnen können, aber nicht unabhängig vom öffentlichen Stromnetz sind. Überschussstrom wird im Sommer in das öffentliche Stromnetz eingespeist und anderen Verbrauchern zur Verfügung gestellt, im Winter hingegen zieht das Nullenergiehaus selbst wieder Energie aus dem Stromnetz. Die Jahresbilanz ist jedoch ausgeglichen.
Nutzenergie
Dies ist die in einem Raum ankommende, von Heizkörpern abgegebene Menge an Wärme.
Weil in der Heizungsanlage und bei der Wärmeverteilung im Haus nochmals Verluste entstehen, ist die Nutzenergiemenge nochmals geringer als die eingekaufte Endenergiemenge.
Nutzenergiebedarf
Rechnerisch ermittelte Energiemenge, die den Räumen eines Gebäudes zur Verfügung gestellt werden muss, um diese ihrer Nutzung entsprechend zu konditionieren.










