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Baubiologie

Die Baubiologie ist die Lehre vom Einfluss der gebauten Wohnumwelt auf die Gesundheit des Menschen und die praktische Anwendung dieses Wissens im Bauen. Die Wissenschaft der Baubiologie will die physiologischen, psychologischen und physikalisch-technischen Grundlagen der Wechselwirkung zwischen Menschen, Bauwerken und Umwelt erforschen, zusammenstellen und einem möglichst breiten Interessentenkreis zugänglich machen. Hierdurch sollen gesunde, behagliche, anmutende und lebensfördernde und menschengemäße Bauweisen gefördert werden.

Baugenehmigungsverfahren

Für die Errichtung, Veränderung, Nutzungsänderung oder den Abriss von Gebäuden muss eine schriftliche Erklärung der zuständigen Baubehörde eingeholt werden. Anhand des eingereichten Antrags prüft die Behörde, dass dem Bauvorhaben keine geltenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen. Dies können z.B. Vorgaben aus dem Bebauungsplan oder einer Gestaltungssatzung sein.

Für bestimmte Vorhaben gilt das so genannte "vereinfachte Genehmigungsverfahren" bzw. genehmigungsfreie Vorhaben. Die jeweiligen Voraussetzungen sind in der Bauordnung NRW nachzulesen.

Baumwolle

Der aus Baumwolle fliesartig hergestellte Dämmstoff hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/(mK). Die pflanzliche Faser kennt keine Fraßschädlinge, umso mehr ist sie durch Schimmelpilze gefährdet. Längerer Durchfeuchtung darf das Material nicht ausgesetzt werden. Mit Borsalz behandelt erreicht es die Baustoffklasse B2 bzw. B1. Für die Verarbeitung als Dämmstoff werden Matten in Stärken bis 200 mm hergestellt. Problematisch sind häufig die Anbaumethoden, die wegen des Pestizideinsatzes und der künstlichen Bewässerung zu erheblichen Umweltbelastungen beitragen.

Baunebenleistungen

Baunebenleistungen sind Architekten-, Ingenieur- und Verwaltungsleistungen.

Baunebenleistungen sind üblicherweise Dienstleistungen, die die Baumaßnahme begleiten.

Baustoffklassen / Brandschutzklassen

In ihrem Brandverhalten weisen die Baustoffe große Unterschiede auf. Deshalb werden sie in verschiedene Baustoffklassen eingeteilt:
Baustoffe der Klasse A1:
Sand, Naturstein, Zement, Kalk, Gips, Mörtel, Beton, Stahlbeton, Spannbeton, Mineralfasern, Ziegel, Keramik, Glas, Metalle und Baustoffe mit gültigem Prüfzeichen des Instituts für Bautechnik Berlin.
Baustoffe der Klasse A2:
Baustoffe mit besonderem Nachweis
Baustoffe der Klasse B1:
Holzwolle-Leichtbauplatten, Gipskartonplatten, Eichenparkett, PVC-Bodenbeläge auf mineralischem Untergrund und Baustoffe mit gültigem Prüfzeichen des Instituts für Bautechnik Berlin
Baustoffe der Klasse B2:
Holz, Gipskarton-Verbundplatten, Mehrschicht-Leichtbauplatten aus Schaumkunststoffen und Holzwolle, Asphalt, Dachpappen und Dichtungsbahnen.

Baustoffklasse

Bauaufsichtliche Benennung

A, A1, A2

Nicht brennbare Baustoffe

B

Brennbare Baustoffe

B1

Schwerentflammbare Baustoffe

B2

Normalentflammbare Baustoffe

B3

Leichtentflammbare Baustoffe

Bauwersksabdichtung

Abdichtungen schützen das Bauwerk vor Feuchtigkeit. Feuchtigkeit beeinträchtigt die Nutzung und schädigt die Konstruktion. Neben dem Dach müssen auch andere Bauteile gegen Feuchtigkeit schützen. Bauwerksabdichtungen sind an erdberührten Bauteilen, wie Bodenplatten und Kellerwänden, in der Sockelzone sowie in Feucht- und Nassräumen erforderlich. Die Ausführung und Bemessung von Abdichtungen erfolgt in Abhängigkeit von der Beanspruchung der Bauwerke nach DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“. Abdichtungen bestehen aus einer oder aus mehreren untereinander verklebten, geschweißten oder gespachtelten Abdichtungslagen und schützen das Bauteil oder das Bauwerksteil flächenhaft gegen Feuchtigkeit. In der Abdichtungstechnik wird zwischen Hautabdichtungen (Schwarze Wanne, Braune Wanne) und starren Abdichtungen (Weiße Wanne) unterschieden.
Die Abdichtung der erdberührten Bauteile soll einen wirksamen Widerstand gegen die im Boden anfallende Feuchtigkeit bilden.
Man unterscheidet drei Lastfälle:
• Bodenfeuchtigkeit
• Nicht drückendes Wasser
• Drückendes Wasser
Darüber hinaus muss sie ggf. beständig gegen chemisch angreifendes Wasser sein und mechanischen Beanspruchungen standhalten.

Beleihungswert

Der Beleihungswert soll den langfristig erzielbaren Wiederverkaufswert einer Immobilie darstellen. Die Kreditinstitute ermitteln den Beleihungswert nach bestimmten Kriterien. Dazu zählen u.a. Beurteilung des Standorts und der zukünftigen Entwicklung, des Zustand und Ausstattung des Gebäudes.

Der Beleihungswert beeinflusst die Höhe eines möglichen Darlehens für ein Gebäude: Von dem festgelegten Beleihungswert wird ein bestimmter Prozentsatz, meist 60 bis 80 %, von dem Kreditinstitut beliehen.

Beleuchtungsstärke

Die Beleuchtungsstärke ist der auf die beleuchtete Fläche bezogene Lichtstrom (wobei der Lichtstrom die von der Lichtquelle abgegebene und vom Auge bewertete Strahlungsleistung ist). Zur Messung der Beleuchtungsstärke werden so genannte Luxmeter verwendet.

Beschichtungen

Beschichtung ist der Sammelbegriff für die Verbindung einer oder mehrere Schichten aus Beschichtungsstoffen auf einem Untergrund.

Man kennt im Allgemeinen
Imprägnierungen, Versiegelungen, Lasuren, Lacke und deckende Anstriche.

Beschichtungen dienen dem Oberflächenschutz eines Bauteils oder Baustoffs, sie wirken gegen Verwitterung (Korrosion, UV-Licht, Abrieb …), helfen beim Brandschutz und der Pflege und machen eine Gestaltung möglich.

Beschichtungsstoffe

Beschichtungsstoff laut DIN 55945 „Lacke und Anstrichstoffe, Fachausdrücke und Definitionen für Beschichtungsstoffe“, seit 1999 auch innerhalb der DIN EN 971, ist der Oberbegriff für flüssige bis pasten- oder pulverförmige Stoffe. Sie bestehen aus Bindemitteln, ggf. zusätzlich aus Pigmenten und anderen Farbmitteln, Lösemitteln und sonstigen Zusätzen.
Beschichtungsstoffe sind u. a. Lacke, Anstrichstoffe, Beschichtungsstoffe für Kunstharzputz, Spachtelmassen, Bodenbeschichtungsmassen sowie ähnliche Beschichtungsstoffe.

Bestrahlungsstärke

ist die auf eine Empfangsfläche bezogene eingestrahlte Leistung.

Über die Bestrahlungsstärke kann man z.B. die Erträge eines Solarkollektors für ein Jahr berechnen (bezogen auf den durchschnittlichen Wert der Vorjahre)

Beton

Beton setzte sich beim Bauen erst im 20. Jahrhundert durch, obwohl er bereits im 19. Jahrhundert „wiedererfunden“ * wurde. *Bereits die Römer haben betoniert Wesentlich zu dieser neuzeitlichen Entwicklung beigetragen hat Henri Moniers (Moinier-Eisen) Entdeckung des bewehrten Betons, des so genannten Stahlbetons, beim Herstellen von Blumenkästen im Jahre 1849, die 1867 patentiert wurde. Die Dauerhaftigkeit von Bauteilen aus Beton stellt seit vielen Jahren Probleme dar. Beton als „neuer“ Baustoff galt über lange Zeit als unzerstörbar. Die ersten Schäden an Gebäuden zeigten sich erst nach vielen Jahren und gaben zuerst Rätsel auf. Inzwischen steht fest, dass eine zu geringe Betonüberdeckung in den meisten Fällen zur Korrosion der Bewehrungsstähle geführt hat, die sich dann an der Betonoberfläche je nach Grad der Zerstörung als Rostfahnen, Risse oder Absprengungen abzeichnen. Der heutige Einsatz von speziellen Sanden und Zuschlägen bei der Herstellung, aber auch der Einsatz von Beschichtungen nach der Herstellung der Betonteile sorgt für eine größere Lebensdauer. Auch sind inzwischen Verfahren zum Recycling von Beton und Betonteilen üblich.

Betriebsbereitschaftsverluste

In den Zeiten wo eine Anlage Standby steht entstehen oft nicht unerhebliche Verluste an Energie.
z.B. bei der Erzeugung von Wärme in einer Heizung:
Für den Betriebszustand „Brenner aus\" entsteht der Betriebsbereitschaftsverlust. Neben den äußeren Wärmeverlusten an der Kesseloberfläche umfasst der Betriebsbereitschaftsverlust auch die innere Auskühlung durch den Kaminzug. Der Betriebsbereitschaftsverlust ist von der Kesselwassertemperatur abhängig.

Betriebsgebundene Kosten

Die betriebsgebundenen Kosten sind die Kosten, die während des Betriebes einer Anklage durch Bedienung, Reinigung, Wartung, Überwachung (z.B. Schornsteinfegergebühren) und Versicherungen entstehen. Diese Kosten entstehen, egal wie viel Energie in der Anlage verbraucht werden.

Biolöslichkeit

Biolöslichkeit bezeichnet die Eigenschaften von feinen Fasern im Körper, durch körpereigene Substanzen aufgelöst und abgebaut zu werden.

Als Beurteilungsgröße für die Biolöslichkeit von Fasern wird die Halbwertszeit verwendet, also die Zeit, nach der sich die Faser im biologischen Milieu zur Hälfte aufgelöst hat.

Problematisch sind die Forschungsergebnisse dann, wenn die für Untersuchungszwecke eingesetzten Fasern nicht dem weiterverarbeiteten (z.B. beschichteten) Fasern im Bauprodukt entsprechen.

Bivalent

Bivalent
Die Wärmepumpe übernimmt die Heizlast des Hauses nur bis zu einer bestimmten Außentemperatur, z.B. bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Wird es kälter, übernimmt der konventionelle Heizkessel entweder die gesamte Heizlast (parallel), oder er wird zu der Wärmepumpe hinzugeschaltet (teilparallel).

Blähperlite

Unter großer Hitzeeinwirkung wird vulkanisches Gestein aufgeschäumt und so ein leichtes, körniges Dämmmaterial mit einer Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,05 und 0,055 W/(mK) hergestellt. Das Material ist nicht brennbar ( Baustoffklasse A1) und ungeziefersicher. Durch Zusatz von Silikonen kann Blähperlite Wasser abweisend (hydrophob) gemacht werden. Das Schüttgut wird direkt aus Säcken eingebracht oder mittels Silozug eingeblasen (Staubentwicklung beachten). Wegen der feinen Körnung muss das Material gut abgedichtet werden.

Blähton

Geblähter Ton, auch als Substrat für Hydrokulturen bekannt, ist ein mineralischer Schüttdämmstoff, der nicht brennbar ( Baustoffklasse A) und ungeziefersicher ist. Er besteht aus Tonkügelchen, die bei einer Temperatur von 1200 Grad Celsius expandiert werden, an der Oberfläche versintern und damit Wasser abweisende Eigenschaften erhalten. Um eine gute Wärmedämmung zu erhalten, muss Blähton wegen der Wärmeleitfähigkeit von 0,12 bis 0,16 W/(mK) in dicken Schichten eingeblasen und geschüttet werden.

Blauer Engel

Dieses Siegel wird vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL), der Jury Umweltzeichen und dem Umweltbundesamt vergeben. Das Umweltzeichen kennzeichnet Produkte, die im Vergleich zu anderen Produkten (für den gleichen Gebrauchszweck) besonders umweltfreundlich sind.

Blower-Door-Test

Methode zur Messung der Luftdichtigkeit der Gebäudehülle.

Für die Messung wird ein Ventilator in einem mit Folie bespannten Rahmen in die Öffnung einer Außentür eingebaut und durch Unter- und Überdruck-Messung festgestellt, wie viel Luft durch Fugen oder Undichtheiten in den Bauteilen der Gebäudehülle entweicht. Das Messergebnis wird als
Luftwechselrate [1/h] bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal (n50) dargestellt.

Zusätzlich können Leckagen in der Gebäudehülle (z.B. bei ausgebauten Dachgeschossen) mit Hilfe eines Thermoanemometers oder mit (Theater-)Nebel aufgespürt werden.

Brandverhalten (Dämmstoffe)

Dämmstoffe werden wie alle Baustoffe nach ihrem Brandverhalten in Baustoffklassen eingeteilt (Dämmstoffe der Baustoffklasse B3 - leichtentflammbar - dürfen im Bauwesen nicht verwendet werden):

Liste mit Baustoffklassen für Dämmstoffe

Baustoffklasse

Bauaufsichtliche Benennung

A, A1, A2

Nicht brennbare Baustoffe

B

Brennbare Baustoffe

B1

Schwerentflammbare Baustoffe

B2

Normalentflammbare Baustoffe

B3

Leichtentflammbare Baustoffe


Brennwert und Heizwert ( Ho und Hu )

Brennwert und Heizwert ( Ho und Hu )
Bei den Brennstoffen, die Wasserstoff enthalten (z.B. Heizöl oder Erdgas) und daher in den Verbrennungsprodukten auch Wasserdampf freisetzten, unterscheidet man den Brennwert Ho (früher oberer Heizwert genannt) und den Heizwert Hu (früher unterer Heizwert genannt), je nachdem ob man die Verdampfungswärme des Wassers in den Verbrennungsabgasen berücksichtigt oder nicht. Der Brennwert ist um den Betrag der Verdampfungswärme des in den Abgasen enthaltenen Wassers größer als der Heizwert.

Brennwertgerät Brennwertkessel

Heizkessel mit besonders hohem Wirkungsgrad. Nutzt zusätzlich die im Abgas enthaltene Wärme durch Kondensation des
darin befindlichen Wasserdampfes.

Der Brennwert ist die Energie, die bei einer vollständigen Verbrennung abgegeben wird, wenn das Abgas bei konstantem Druck bis auf die Bezugstemperatur zurückgekühlt wird. Der Brennwert beinhaltet also neben dem Heizwert auch die Kondensationswärme, d.h. die Energie, die zusätzlich durch Kondensation des entstandenen Wasserdampfes frei wird. Früher wurde dieser Wert als "oberer Heizwert Ho" bezeichnet. Ein Brennwertkessel (bzw. –gerät)nutzt diese zusätzliche Wärmemenge und erreicht dadurch höhere Wirkungsgrade.

Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV)

Erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Verordnung über Kleinfeuerungsanlagen – BImSchV), gilt für die Errichtung, die Beschaffenheit und den Betrieb von Feuerungsanlagen; legt Grenzwerte für Stickstoffoxide und Abgasverluste fest. Eine Novellierung der BImSCH ist geplant.

Nach BImSchV müssen Heizungsanlagen dann saniert werden, wenn die zulässigen Abgas(wärme)verluste überschritten werden. Das wird in regelmäßigen Abständen durch den Schornsteinfeger überwacht. Es gelten folgende Grenzwerte:


Nennwärmeleistung des Heizkessel Grenzwert Abgasverlust
> 4 – 25 kW 11 %
> 25 – 50 kW 10 %
> 50 kW 9 %